Errichtung der Gedenkskulptur „Übergang“ in der Urnengemeinschaftsanlage (3. Bauabschnitt) sowie Herstellung von Baumgrabstätten auf dem Neuen Friedhof in Nieder-Roden und Waldfriedhof Jügesheim

Die Stadtwerke Rodgau haben im Sommer 2017 eine weitere Gedenkskulptur innerhalb ihrer Urnengemeinschaftsgrabanlagen errichtet sowie Grabfelder für pflegefreie Baumgrabstätten auf dem Neuen Friedhof in Nieder-Roden und Waldfriedhof Jügesheim gebaut.

Gedenkskulptur „Übergang“

Verbunden mit der Realisierung des Ausbaus der Urnengemeinschaftsgrabanlage (3. Bauabschnitt) auf dem Neuen Friedhof in Nieder-Roden, die bereits im Sommer 2016 fertiggestellt wurde, ist nunmehr die Gedenkskulptur „Übergang“, die für die Ablage von Blumen, Kränzen und Erinnerungsabgaben vorgesehen ist, hergestellt worden. Die Gedenkskulptur hat eine Höhe von 3 m und besteht aus einer vertikal aufgestellten Stahlscheibe, aus der zwei Figuren eines menschlichen Umrisses heraus gelasert wurden, die rechts und links neben der Stahlscheibe stehen. Hierdurch entsteht das Bild eines Tores in Form der mittigen Scheibe. Auf der einen Seite steht der menschliche Körper. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das Stahlelement, welches nur den menschlichen Umriss zeigt. Dieses Bild steht symbolisch für eine Erinnerung an diesen Menschen bzw. auch für die Seele des Menschen. Diese beiden Stahlelemente sind unbehandelt und zeigen so den unabdingbaren Prozess der Vergänglichkeit. Eine Schmalseite des doppelten figürlichen Ausschnitts ist stellenweise mit einer Goldpatina überzogen. Diese widersetzt sich den verändernden Einflüssen und hält bildlich der Vergänglichkeit stand. Das Tor wird als ein Übergang in einen jenseitigen ewigen Zustand dargestellt, so dass ihm dadurch sein Schrecken genommen werden kann. Aus dieser Versinnbildlichung können die Hinterbliebenen Trost und Kraft schöpfen. Die Kosten für die Gedenkskulptur belaufen sich auf ca. 12.500 EUR.

Baumgräber auf dem Neuen Friedhof in Nieder-Roden und Waldfriedhof Jügesheim

Die steigende Nachfrage aus der Bevölkerung nach neuen Bestattungsformen und Grabarten, insbesondere nach pflegefreien Urnengrabstätten, ist ein Merkmal einer sich insgesamt verändernden Bestattungskultur, die auch in der Stadt Rodgau Einzug gehalten hat. Diesem Wandel haben die Stadtwerke Rodgau Rechnung getragen und bieten seit Juli 2012 in jedem Rodgauer Stadtteil Gemeinschaftsgrabanlagen an. Durch die Errichtung dieser Gemeinschaftsgrabanlagen wurde das Spektrum an Bestattungsformen erweitert und somit dem Wunsch vieler Bürger nach einer würdevoll gestalteten Grabstätte ohne Pflegeaufwand entsprochen. Die Grabpflege ist bereits in den Friedhofsgebühren enthalten und wird vom Friedhofsträger übernommen. Die Gemeinschaftsgrabanlagen erfahren eine gute Resonanz, auf dem Neuen Friedhof wurde aufgrund des guten Zuspruchs bereits zweimal, im Jahre 2014 und im Frühsommer 2016 erweitert. Auf dem Friedhof in Dudenhofen wurde Ende 2015 der zweite Bauabschnitt realisiert. Der Trend, weg von der Sargbestattung, hin zur Urnenbeisetzung ist zwischenzeitlich auch in Rodgau ungebrochen. Im Jahr 2015 fanden 72 % Urnenbeisetzungen und 28 % Sargbestattungen statt. Der Trend setzte sich in 2016 mit 76 % Urnenbeisetzungen und 24 % Sargbestattungen fort. In der letzten Zeit ist mit steigender Tendenz feststellbar, dass einige Verstorbene nicht mehr in Rodgau ihre letzte Ruhe finden möchten, sondern in sog. „Friedwäldern“, die seit 2001 in Deutschland bestehen. Der „Friedwald“ ist ein naturbelassenes Stück Wald, in dem die Aschen der Verstorbenen am Fuße eines Baumes beigesetzt werden. Der von Rodgau am nächsten gelegene Friedwald befindet sich in der Nachbarkommune Dietzenbach, dieser wurde im November 2015 seiner Bestimmung übergeben. Um auch in Rodgau den Bürgerinnen und Bürgern von Rodgau eine Alternative zu den „Friedwäldern“ aufzuzeigen, werden Baumgräber zunächst auf dem Neuen Friedhof in Nieder-Roden und auf dem Waldfriedhof in Jügesheim angeboten. Der Leitgedanke der naturnahen Baumbestattung ist, dass die Asche der Verstorbenen die Wurzeln des Baumes erreicht. Die Vorstellung, die Asche wird von dem Baum aufgenommen und so wieder Teil des Lebenszyklus, hat für viele Menschen etwas Tröstliches. Es sind ausschließlich Urnenbeisetzungen als ein- und mehrstellige Wahlgräber möglich. Die Hinterbliebenen haben die Möglichkeit auf den platzierten Gedenkstelen, die auf beiden Friedhöfen errichtet wurden, eine Namenstafel aus Aluminium (10 cm x 6 cm) mit den Lebens- und Sterbedaten der Verstorbenen durch die Friedhofsverwaltung anbringen zu lassen.

Beschreibung der Baumgräber auf dem Neuen Friedhof in Nieder-Roden:

Im Eingangsbereich Römerstraße befindet sich auf der rechten Seite zwischen zwei Urnengrabfeldern die Fläche (ca. 300 m²) für die Baumgräber. Eingebettet ist die Fläche in einen schönen alten Baumbestand mit stattlichen Bäumen. Das nordöstliche Grabfeld ist durch eine Schnitthecke optisch getrennt. Die vorhandenen immergrünen Gehölze (Wacholder und Eiben) wurden erhalten und entsprechend integriert. Ein Gräsersaum mit einer Staudenbepflanzung bereichert das Baumgrabfeld. Die vorhandene mehrstämmige Linde im nordöstlichen Bereich, die mit ihrem beschützenden Kronendach als klassische Baumgrabstätte empfunden wird sowie drei neue Ahornbäume werden zunächst als Baumgrabstätten angeboten.

Insgesamt sind in diesem ersten Bauabschnitt ca. 120 Beisetzungen möglich. Es ist vorgesehen in einem weiteren Bauabschnitt die vorhandene Fichtengruppe langfristig als Beisetzungsraum zu nutzen. Die Kosten der Baumaßnahme auf dem Neuen Friedhof in Nieder-Roden belaufen sich auf ca. 16.000 EUR.

Beschreibung der Baumgräber auf dem Waldfriedhof in Jügesheim:

Im nordwestlichen Bereich des Waldfriedhofes wird eine nahezu quadratische, überwiegend aus Kiefern bestehende Fläche (ca. 500 m²), für die Baumgräber vorgesehen. Neben den zehn Bestandskiefern wurden drei Bestandseichen als Baumgrabstätten ausgewählt. Im nordwestlichen Bereich entlang des Zaunes, wachsen diverse Sträucher, dominant ist die Schneebeere, dieses einheimische Gehölz gibt dem Baumgrabfeld eine einheitlichen Gehölzsaum und einen sommergrünen Rahmen. Im südlichen Bereich befindet sich das muslimische Grabfeld. Der offizielle Zugang zum Baumgrabfeld befindet sich im südlichen Bereich des Waldfriedhofes. Der freie Blick in das Bestattungsfeld wurde durch einen Pflanzstreifen mit der Schneebeere fortgesetzt sowie mit weiteren einheimischen Gehölzen, wie z. B. Hartriegel und Kornelkirchen bereichert. Im südlichen Bereich, zum angrenzenden muslimischen Grabfeld, wurde eine Hainbuchenhecke als Abgrenzung gepflanzt. Eine Dreiergruppe aus Ahornbäumen sowie zwei Rotbuchen und eine Blutbuche werden neben den vorhandenen Kiefern und Eichen als Baumgrabstätten angeboten.

Insgesamt sind in diesem ersten Bauabschnitt ca. 400 Beisetzungen möglich. Die Kosten der Baumaßnahme auf dem Waldfriedhof Jügesheim belaufen sich auf ca. 14.000 EUR.

Stadtwerke Rodgau Kontakt: Kommunikation und Marketing – Tel.: 06106/8296 – 4121/4122 marketing@stadtwerke-rodgau.de

Bei konkreten Friedhofsangelegenheiten:

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