Das ehemalige Arbeitslager Rollwald wurde am 26. März 1945 befreit. Anlässlich des 80. Jahrestages lud Stadtrat Winno Sahm zu einem Rundgang ein, der zentrale Orte des ehemaligen Lagergeländes in den Fokus rückte. Die Einladung richtete sich an die aktuellen Teilnehmenden des städtischen Berufsqualifizierungsprojekts Rodgau 16plus im Rahmen politischer Bildungsarbeit. Ziel war es, das historische Bewusstsein für die Geschehnisse der NS-Zeit zu schärfen und die Bedeutung des Erinnerns für die Gegenwart zu vermitteln. Da viele der Teilnehmenden selbst aus Rodgau stammen, machte Stadtrat Sahm deutlich, dass die Verbrechen der NS-Zeit nicht nur an weit entfernten Orten geschahen, sondern auch hier vor Ort, mitten in ihrer Heimatstadt. Stationen des Rundgangs waren unter anderem die sogenannten Erbhöfe, die früheren Aufseherbaracken sowie der ehemalige Lagerfriedhof. Hier galt die besondere Aufmerksamkeit dem Gedenkstein, den Stelen mit stilisiertem Stacheldraht als Symbol für die Einzäunung des früheren Lagers und den Informationstafeln, die die Geschichte des Ortes dokumentieren. Winno Sahm brachte den jungen Menschen die Geschichte des Lagers eindrucksvoll näher. Die Veranstaltung wurde von den Teilnehmenden mit großem Interesse verfolgt und regte zum Nachdenken über die Folgen von Unrecht, Zwangsarbeit und Diktatur an.